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Netzwerk Gesundheit und Kommunikation e.V.

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Stramme Babys

Ein Beitrag von Dr. Rainer Hübner

Ungefähr 5 bis 10 Prozent aller Schwangeren - die Zahlen schwanken - entwickeln  

einen Schwangerschaftsdiabetes ( Gestationsdiabetes ). Ursächlich dafür ist der  

höhere Bedarf an Insulin in der Schwangerschaft, dem aber das hormonelle Sys-  

tem der Schwangeren oft nicht genügen kann. Es gibt für den wahrscheinlichen  

Ausbruch dieses mütterlichen Diabetes einige Risikomerkmale:  

- Übergewicht- Diabetes ( Typ II ) in der engeren Familie  

- Das eigene Geburtsgewicht war über 4000 Gramm  

- Ein vorheriges Kind hatte ein Geburtsgewicht von über 4000 Gramm  

- Wiederholte Fehlgeburten  

Diese Merkmale sollten die Aufmerksamkeit in Richtung eines möglichen  

Diabetes stärken, um Diagnose- und Vorsorgemaßnahmen rechtzeitig einzu-  

leiten.  

Der Grund für das Übergewicht bei diesen Kindern liegt in ihrer eigenen er-  

höhten Insulinproduktion, die sie als Reaktion auf den Diabetes der Mutter  

entwickeln. Der dadurch überstimulierte Zuckereinbau bewirkt dann das nicht  

zeitgerechte Wachstum. Außerdem nimmt das Fruchtwasser in der Menge zu.  

Das macht der Schwangeren schon Probleme. Aber auch die Kinder bekom-  

men Probleme, sie sind zum Zeitpunkt der Geburt noch nicht voll ausgereift,  

obwohl sie so groß sind. Sie neigen weiterhin schon in früher Kindheit zur  

Fettsucht und später zum Diabetes Typ II. Auch die Mütter tragen ein er-  

höhtes Risiko, wieder an Diabetes zu erkranken.  

Was ist zu tun? Geschehen muss eine frühzeitige diagnostische Begleitung  

der Risikoschwangeren, die dann, wenn nötig, eine Behandlung mit Diät und  

auch mit Insulin sofort auslöst. Aber auch alle anderen Schwangeren sollten  

in der 24. bis 28. Schwangerschaftswoche auf erhöhten Blutzucker untersucht,  

und bei Verdacht weiter diagnostiziert und behandelt werden. Das gelingt  

alles mit einer guten Schwangerenbetreuung. Die Ergebnisse dieses Systems  

sind hervorragend. Der Diabetes der Mutter verschwindet, das Riesenbaby  

bleibt aus, es wird zum richtigen Zeitpunkt ein gesundes, gut entwickeltes  

Schulkind. Wie gesagt, das alles gelingt, wenn die Betreuungskette vorhan-  

den ist, und diese aber auch die werdenden Mütter erreicht.  

Nehmen wir es mit, nicht jedes übergewichtige Kind ist ein Opfer schlechter  

Ernährung, und überhaupt birgt der Schlankheitswahn ein ebenso hohes  

Krankheitsrisiko wie das Übergewicht.  


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Die in der Infothek aufgeführten Beiträge geben die Meinung der Verfasser, nicht die des Vorstandes wieder.