Das Mammakarzinom, d. h. die Krebserkrankung der weiblichen Brustdrüse, ist schon seit Jahren die häufigste bösartige Erkrankung der Frau in den westlichen Industrienationen. Jährlich erkranken in Deutschland 50000 bis 55000 Frauen neu, wobei etwa 20000 Patientinnen noch keine 60 Jahre alt sind. Nach dem Herzinfarkt steht Brustkrebs an zweiter Stelle als Todesursache. Statistisch gesehen wird jede 10. Frau hieran erkranken.
Neben dem seit Jahren bekannten und erfolgreich durchgeführten Screeningsystem bei bösartiger Erkrankung des Gebärmutterhalses gibt es schon lange das Bestreben, eine ähnliche Vorsorge bezüglich der weiblichen Brustdrüse zu etablieren. Untersuchungen in anderen Ländern haben gezeigt, dass flächendeckendes Mammographiescreening bei frühzeitiger Erkennung und Behandlung Leben retten und die Sterblichkeitsrate um 25 Prozent reduzieren kann.
Gerade in einem Flächenland wie Brandenburg war und ist es schwierig, ein solches System zu organisieren, um den Frauen möglichst wohnortnah die geplante Mammographie, d. h. die Röntgenuntersuchung der Brustdrüse, anbieten zu können. Zwei sogenannte „Programmverantwortliche Ärzte" werden in Brandenburg für die Koordinierung verantwortlich zeichnen. Der Erfolg hängt in erster Linie und ganz entscheidend von der Teilnahmebereitschaft der zu untersuchenden Frauen vom 50. bis zum 69. Lebensjahr ab.
Mit der Einladung wird erklärendes Material zum Ablauf und auch ein Fragebogen zum Gesundheitszustand verschickt, der bitte ausgefüllt zur Untersuchung mitgebracht werden sollte. Falls der Einladungstermin persönlich unpassend ist, kann er telefonisch individuell geändert werden. Speziell geschulte und zertifizierte medizinisch.-technische Assistentinnen fertigen dann entweder in einem Screeningzentrum oder in einem Mammobil (ortsunabhängige fahrbare Mammographieeinheit) digitale Aufnahmen an. Gerade die mobilen Einheiten (wie frühere PALT-Reihenuntersuchungen) werden in Brandenburg favorisiert, um möglichst vielen Frauen wohnortnah diese Vorsorge anzubieten.
Bei entsprechend hohen Teilnahmezahlen ist davon auszugehen, dass mehr bösartige Tumoren im Frühstadium erkannt werden, da viele kleine Veränderungen - ob Knoten oder Mikroverkalkungen - vom Arzt nicht tastbar sind. Die Mammographie ist die einzige Methode, die beiderlei zu erfassen vermag, selbstverständlich auch in Abhängigkeit von der Gewebsdichte. Jede Aufnahme wird von zwei Befundern unabhängig voneinander beurteilt.
In einem 2. Schritt werden „auffällige" mammographische Befunde einer weiteren Diagnostik mittels Sonographie bzw. Gewebspunktion zugeführt, um einen gestellten Verdacht auszuschließen bzw. zu bestätigen.Neben hohen technischen Anforderungen an die Geräte ist die Aus- und Weiterbildung der durchführenden Ärzte obligat. Eine besondere Qualifikation, regelmäßige Prüfungen der ärztlichen Urteilsfähigkeit sowie Qualitätssicherungsmaßnahmen im Hinblick auf die technische Korrektheit der Röntgenbilder im Rahmen eines Qualitätsprogramms gehören zum Standard.
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