- Tourismus ist eine Zukunftsbranche
Der Tourismus ist ein Dienstleistungsbereich mit großem Zukunftspotential. Der Tourismus boomt - weltweit und in Deutschland. Die Dynamik im Tourismus ist beachtlich: Seit 1990 hat der Tourismus, gemessen an der Zahl der weltweiten Touristenankünfte, um 106 % zugenommen - von 436 Millionen auf 898 Millionen im Jahr 2007. Für die nächsten Jahre wird weltweit ein stabiles Wachstum von jährlich etwas über 4 % erwartet.
Der Tourismus wird deshalb heute als einer der globalen Wachstumsmotoren angesehen. Es ist unsere Aufgabe, die deutsche Tourismuswirtschaft so zu unterstützen, dass sie an diesem prognostizierten Wachstum teilhaben wird.
- Wirtschaftsfaktor Tourismus
In Deutschland gibt es keine Primärstatistiken, mit denen z. B. die Beschäftigungs- und Wachstumswirkungen des Tourismus exakt erfasst werden können. Nach einer jüngst durchgeführten Studie der Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung (GWS) könnten unter Einbeziehung indirekter und weiterer Beschäftigungseffekte rund 2,8 Millionen Beschäftigte in Deutschland dem Tourismus zugerechnet werden. Die Bruttowertschöpfung könnte nach der GWS-Studie im Kernbereich des Tourismus (insbesondere Hotel- und Gaststättengewerbe sowie Reiseveranstalter und Reisebüros) 57 Milliarden Euro betragen (ohne Berücksichtigung von Geschäftsreisen). Dies entspräche einem Anteil des Tourismus am Bruttoinlandsprodukt von 3,2 %. Die GWS schätzt in ihrer Studie die direkten und indirekten volkswirtschaftlichen Effekte des Tourismus auf einen Wert von 157 Milliarden Euro.
- Tourismus in Deutschland - ein Wachstumsmotor
Der Tourismus ist in den neuen Ländern eine der Branchen mit der höchsten Dynamik und den besten Perspektiven für weiteres Wachstum. Der Fortgang dieser positiven Entwicklung ist der Bundesregierung ein besonderes Anliegen, stellt der Tourismus doch einen wesentlichen Faktor für Wachstum und Beschäftigung, gerade auch in strukturschwächeren Regionen der neuen Länder, dar.Allein in den Jahren 1996 bis 2006 ist die Zahl der Übernachtungen in den neuen Ländern von 43,3 Millionen auf 65,8 Millionen gestiegen (+52 %). Die Anzahl der Beherbergungsbetriebe wuchs im selben Zeitraum um 20 % auf knapp 8.700, das Angebot an Gästebetten sogar um mehr als 30 % auf über 491.000. Der Umsatz, der allein durch Übernachtungsgäste in gewerblichen Betrieben in den neuen Ländern generiert wird, kann mit rund 5,7 Milliarden Euro beziffert werden.
Hinzu kommen nochmals Umsätze aus dem Tagestourismus in Höhe von etwa 11 Milliarden Euro. Die direkten und indirekten Beschäftigungseffekte durch die touristische Nachfrage liegen unter Berücksichtigung des hohen Anteils an Teilzeitkräften bei ca. 450.000 Erwerbstätigen. Das entspricht etwa 8,0 % aller Erwerbstätigen in den neuen Ländern. Es wird prognostiziert, dass im Jahr 2020 jeder zehnte Arbeitsplatz in den neuen Ländern direkt oder indirekt vom Tourismus abhängig sein wird.Zur Verstetigung der erfolgreichen Tourismusentwicklung in den neuen Ländern und Berlin erfolgte mit dem Investitionszulagengesetz 2007 die Einbeziehung des Beherbergungsgewerbes in die Investitionszulagenförderung. Seit dem 1. Januar 2007 können Erstinvestitionsvorhaben in Betrieben des Beherbergungsgewerbes in den neuen Ländern und Berlin mit Investitionszulagen gefördert werden.
- Tourismuspolitik ist Teil der Wirtschaftspolitik
Da der Tourismussektor in hohem Maße mittelständisch geprägt ist, hat die Mittelstandspolitik der Bundesregierung eine besondere Bedeutung für die Tourismusbranche. Die Bundesregierung hat mit der Mittelstandsinitiative eine Vielzahl von Maßnahmen auf den Weg gebracht, welche die Bedingungen für die kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland deutlich verbessern.
Ein Kernelement der Mittelstandsinitiative ist die Verbesserung der Finanzierungssituation des Mittelstandes. Diese wurde durch die Einführung der Haftungsfreistellung beim Unternehmerkredit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) erweitert. Verbesserungen für Kleinunternehmen ab 1. Januar 2008 durch die Zusammenlegung der Förderprogramme „Mikrodarlehen" und „StartGeld" zu dem neuen Förderprogramm „KfW-StartGeld", verbunden mit Verfahrensvereinfachungen und höheren Förderbeträgen, auch für die Tourismusbetriebe.
- Aktuelle Handlungsfelder der SPD-Tourismuspolitik
Der Tourismus boomt. Damit das so bleibt, müssen Tourismuswirtschaft undTourismuspolitik die großen Herausforderungen meistern, vor denen die Branche steht:
Stand 19.Februar 2008
Die in der Infothek aufgeführten Beiträge geben die Meinung der Verfasser, nicht die des Vorstandes wieder.