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04.03.2008

Tourismuspolitischer Bericht der Bundesregierung - 16. Legisla­turperiode -

Tourismuswirtschaft

- Tourismus ist eine Zukunftsbranche  

Der Tourismus ist ein Dienstleistungsbereich mit großem Zukunftspotential. Der Tou­rismus boomt - weltweit und in Deutschland. Die Dynamik im Tourismus ist beachtlich: Seit 1990 hat der Tourismus, gemessen an der Zahl der weltweiten Tou­ristenankünfte, um 106 % zugenommen - von 436 Millionen auf 898 Millionen im Jahr 2007. Für die nächsten Jahre wird weltweit ein stabiles Wachstum von jährlich etwas über 4 % erwartet.  

Der Tourismus wird deshalb heute als einer der globalen Wachstumsmotoren angesehen. Es ist unsere Aufgabe, die deutsche Tourismuswirt­schaft so zu unterstützen, dass sie an diesem prognostizierten Wachstum teilhaben wird.  

 

- Wirtschaftsfaktor Tourismus  

In Deutschland gibt es keine Primärstatistiken, mit denen z. B. die Beschäftigungs- und Wachstumswirkungen des Tourismus exakt erfasst werden können. Nach einer jüngst durchgeführten Studie der Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung (GWS) könnten unter Einbeziehung indirekter und weiterer Beschäftigungseffekte rund 2,8 Millionen Beschäftigte in Deutschland dem Tourismus zugerechnet werden. Die Bruttowertschöpfung könnte nach der GWS-Studie im Kernbereich des Touris­mus (insbesondere Hotel- und Gaststättengewerbe sowie Reiseveranstalter und Rei­sebüros) 57 Milliarden Euro betragen (ohne Berücksichtigung von Geschäftsreisen). Dies entspräche einem Anteil des Tourismus am Bruttoinlandsprodukt von 3,2 %. Die GWS schätzt in ihrer Studie die direkten und indirekten volkswirtschaftlichen Effekte des Tourismus auf einen Wert von 157 Milliarden Euro.  

 

- Tourismus in Deutschland - ein Wachstumsmotor  

Der Tourismus ist in den neuen Ländern eine der Branchen mit der höchsten Dyna­mik und den besten Perspektiven für weiteres Wachstum. Der Fortgang dieser positi­ven Entwicklung ist der Bundesregierung ein besonderes Anliegen, stellt der Touris­mus doch einen wesentlichen Faktor für Wachstum und Beschäftigung, gerade auch in strukturschwächeren Regionen der neuen Länder, dar.Allein in den Jahren 1996 bis 2006 ist die Zahl der Übernachtungen in den neuen Ländern von 43,3 Millionen auf 65,8 Millionen gestiegen (+52 %). Die Anzahl der Be­herbergungsbetriebe wuchs im selben Zeitraum um 20 % auf knapp 8.700, das An­gebot an Gästebetten sogar um mehr als 30 % auf über 491.000. Der Umsatz, der allein durch Übernachtungsgäste in gewerblichen Betrieben in den neuen Ländern generiert wird, kann mit rund 5,7 Milliarden Euro beziffert werden.  

Hinzu kommen nochmals Umsätze aus dem Tagestourismus in Höhe von etwa 11 Milliarden Euro. Die direkten und indirekten Beschäftigungseffekte durch die touristische Nachfrage liegen unter Berücksichtigung des hohen Anteils an Teilzeitkräften bei ca. 450.000 Erwerbstätigen. Das entspricht etwa 8,0 % aller Erwerbstätigen in den neuen Län­dern. Es wird prognostiziert, dass im Jahr 2020 jeder zehnte Arbeitsplatz in den neuen Ländern direkt oder indirekt vom Tourismus abhängig sein wird.Zur Verstetigung der erfolgreichen Tourismusentwicklung in den neuen Ländern und Berlin erfolgte mit dem Investitionszulagengesetz 2007 die Einbeziehung des Beher­bergungsgewerbes in die Investitionszulagenförderung. Seit dem 1. Januar 2007 können Erstinvestitionsvorhaben in Betrieben des Beherbergungsgewerbes in den neuen Ländern und Berlin mit Investitionszulagen gefördert werden.  

 

- Tourismuspolitik ist Teil der Wirtschaftspolitik  

Da der Tourismussektor in hohem Maße mittelständisch geprägt ist, hat die Mittelstandspolitik der Bundesregierung eine besondere Bedeutung für die Tourismusbranche. Die Bundesregierung hat mit der Mittelstandsinitiative eine Viel­zahl von Maßnahmen auf den Weg gebracht, welche die Bedingungen für die kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland deutlich verbessern.  

Ein Kernelement der Mittelstandsinitiative ist die Verbesserung der Finanzierungssituation des Mittelstan­des. Diese wurde durch die Einführung der Haftungsfreistellung beim Unternehmer­kredit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) erweitert. Verbesserungen für Klein­unternehmen ab 1. Januar 2008 durch die Zusammenlegung der Förderprogramme „Mikrodarlehen" und „StartGeld" zu dem neuen Förderprogramm „KfW-StartGeld", verbunden mit Verfahrensvereinfachungen und höheren Förderbeträgen, auch für die Tourismusbetriebe.  

 

- Aktuelle Handlungsfelder der SPD-Tourismuspolitik  

Der Tourismus boomt. Damit das so bleibt, müssen Tourismuswirtschaft undTourismuspolitik die großen Herausforderungen meistern, vor denen die Branche steht:  

  • Die großen Wachstumschancen der Globalisierung müssen genutzt werden. Gleichzeitig muss der Konkurrenz im Ausland durch noch stärkere Leistungsfähigkeit bei Qualität, Preis und Unverwechselbarkeit des Urlaubser­lebnisses begegnet werden.
  • Deutschland muss sich auf neue Kundengruppen aus Asien und dem arabi­schen Raum einstellen.
  • Die Herausforderungen des Klimawandels auf den Tourismus müssen angenom­men werden.
  • Der demographische Wandel verändert die Zielgruppen der Tourismuswirt­schaft: Der Wachstumsmarkt der älteren Reisenden muss durch spezielle An­gebote erschlossen werden. Die Bedeutung von „Gesundheitstourismus" und „Barriere-freiem Reisen" wächst.

Stand 19.Februar 2008  

 


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Die in der Infothek aufgeführten Beiträge geben die Meinung der Verfasser, nicht die des Vorstandes wieder.