Das Gift der Wespen ist zehnmal weniger wirksam als Bienengift, allerdings können Wespen im Gegensatz zu Bienen durchaus mehrmals zustechen. Ein Wespenstich verursacht einen ziehenden, stechenden Schmerz an Einstichstelle und Umgebung. Bei einem gesunden Menschen begrenzt sich die Reaktion auf eine regionale schmerzhafte Rötung und Schwellung, die innerhalb weniger Stunden nachlassen. Lebensbedrohlich wird der Stich im Fall einer verschluckten Wespe (oder auch Biene). Sticht diese in die Speiseröhre, kann die Schwellung so stark werden, dass die Atmung behindert ist. In diesem Fall muss dringend ärztliche Hilfe gesucht werden. Bis dahin sollte versucht werden, mit dem Essen von Eiswürfeln oder Speiseeis die Schwellung zu unterdrücken. Stark gefährdet sind jedoch Menschen, die auf Wespen- und Bienenstiche allergisch reagieren (Hymenopterengift-Allergie), und das sind immerhin etwa 3 Prozent der Bevölkerung. Bei Allergiesymptomen muss sofort ein Arzt hinzugezogen werden. Die Symptome treten meist wenige Minuten nach dem Stich auf, können sich jedoch auch um einige Stunden verzögern. Alarmsignale sind: Quaddelbildung am ganzen Körper, Jucken an Handflächen und Fußsohlen, Übelkeit, Erbrechen, Atemnot, Rötungen und Schwellungen am ganzen Körper, bzw. an nicht durch den Stich betroffenen Körperteilen, Krämpfe, Schwindel und Schweißausbrüche. Im schlimmsten Fall erleiden Betroffene einen so genannten anaphylaktischen Schock, ein lebensgefährliches Versagen des Kreislaufs. Insektenstiche sind die häufigsten Auslöser eines solchen Schocks. Jährlich müssen in Deutschland rund 3.000 Insektengiftallergiker vom Notarzt versorgt werden. Das Statistische Bundesamt schätzt, dass jedes Jahr 10 bis 40 Menschen an den allergischen Folgen eines Insektenstichs sterben.Wer bereits einmal heftiger auf einen Insektenstich reagiert hat, sollte einen Allergietest durchführen lassen. Wird eine Allergie nachgewiesen, empfiehlt sich eine Allergie-Impfung, die so genannte Desensibilisierung. Während der mehrjährigen Behandlung gewöhnt sich der Körper so gut an die Insektengiftallergene, dass keine gefährlichen Sofortreaktionen mehr zu befürchten sind. Auch bei Kindern kann die Therapie durchgeführt werden.Solange der oder die Betroffene noch nicht desensibilisiert ist, also die Allergieneigung noch besteht, sollte unbedingt ein Notfallset mitgeführt werden. Dies ist vor allem bei Auslandsreisen oder Wanderungen notwendig, beziehungsweise immer dann, wenn ärztliche Hilfe weit weg sein kann. Das Notfallset enthält entzündungshemmende und Kreislauf aktivierende Mittel: ein trinkbares Kortisonpräparat und ein Antihistaminikum, sowie Adrenalin in einer Spritze oder im Spray.
Ob Allergiker oder nicht - grundsätzlich sollten Sie folgende Regeln beachten:
• Bewahren Sie Ruhe, denn hektische Bewegungen bringen die Tiere in Verteidigungsbereitschaft. Langsame Bewegungen können die Insekten mit ihren Facettenaugen nicht erfassen. • Bei schwül-heißer Witterung sind die Tiere aggressiver als üblich. Sie stehen unter Stress, denn sie wollen vor dem nahenden Gewitter den rettenden Bau noch erreichen.• Düfte locken Insekten an. Verzichten Sie deshalb bei längeren Aufenthalten im Freien auf duftende Kosmetika wie Deo, Rasierwasser, Haarspray, Parfum, Sonnencreme und ähnliches.• Laufen Sie nicht barfuß oder mit offenen Schuhen durch Gras, denn Wespen bauen Erdnester und Bienen sammeln im Klee-Nektar.• Tragen Sie möglichst keine all zu weite Kleidung, die Insekten können sich hierin leicht verfangen. Bunte Blumenmuster oder Gelb lockt Bienen an, Schwarz macht sie aggressiv. • Im Freien nicht aus offenen Flaschen oder Getränkedosen trinken, Trinkgläser abdecken.
Und wenn Wespe oder Biene doch gestochen hat, können Sie mit einfachen Hausmitteln schnell Erste Hilfe leisten: Entfernen Sie den Stachel und legen Sie frische Zwiebel auf, sie zieht das Gift aus der Haut. Zum Abschwellen helfen kühlende Umschläge, gut auch mit essigsauerer Tonerde, und Eis.