Newsletter abbonieren
Netzwerk Gesundheit und Kommunikation e.V.

[... zur Übersicht]

Flugreisen und Thrombose

Ein Beitrag von Dr. med. Rainer Hübner

Die so genannte schönste Jahreszeit, die Urlaubszeit, rückt wieder heran, und viele Mitbürger entschließen sich, wie jedes Jahr, zu einer Flugreise zum Urlaubsort. Dass längere und lange Flugreisen eine erhöhte Thromboserate bei den Reisenden nach sich ziehen, ist eine gesicherte Erkenntnis.  

 

Jedoch ist es immer noch unklar, ob das erhöhte Thromboserisiko vom langen Sitzen oder auch von anderen Faktoren herrührt. Mediziner vermuten auch Einflüsse des geringeren Luftdrucks in der Höhe und des damit verbundenen verminderten Sauerstoffgehalts des Blutes auf die Gerinnungsneigung.  

In den Passagierkabinen herrscht ein Luftdruck, der einer Höhe von 1500 bis 2500 Metern entspricht. Wissenschaftler unter William D. Toff von der Universität Leicester ( UK ) simulierten für 73 Probanden diese Luftdruckverhältnisse in einer Unterdruckkammer für die Zeit eines langen Fluges ( 8 Stunden). Anhand in dieser Versuchszeit und auch später gewonnener Blutproben konnten kein Nachweis für eine erhöhte Gerinnungsneigung des Blutes erbracht werden. Die Werte glichen denen, die von denselben Probanden unter Normalbedingungen gewonnen werden konnten.  

Trotzdem empfehlen Wissenschaftler für die Flugreisenden vorbeugende Maßnahmen. Das wichtigste Mittel für die Vorbeugung sind Kompressionsstrümpfe, sie beschleunigen den Rückfluss des Venenblutes aus den Beinen und verhindern so, dass sich irgendwo in den Beinvenen ein Blutstau bildet. Dringend empfohlen werden sie solchen Reisenden, die ein erhöhtes Thromboserisiko in sich tragen. Das sind Menschen, die schon einmal eine Thrombose erlitten hatten, junge Frauen mit der Antibabypille, Menschen mit einer ererbten Gerinnungsstörung, und auch Krampfadern bedeuten ein erhöhtes Thromboserisiko. Unter Umständen sollte mit einem Arzt die Einnahme von gerinnungshemmenden Mitteln, z. B. Aspirin, besprochen werden. Während des Fluges sollten die Reisenden sich häufig bewegen, viel trinken, dabei Kaffee und Alkohol meiden, beide Drogen steigern die Harnproduktion der Nieren und fördern somit die Bluteindickung. Kompressionsstrümpfe sind in Apotheken und Sanitätshäusern erhältlich. Zu beachten ist die richtige Strumpfgröße, sonst bewirken sie nichts oder das Gegenteil. Eine entsprechende Beratung ist notwendig.  

Denken Sie vor Ihrer Reise auch an den angemessenen Impfschutz. Auch hier finden Sie die wichtigen Informationen in Ihrer Apotheke und auch im Internet. Die optimale Vorbereitung ist natürlich die Beratung durch einen auf Reisemedizin und Impfschutz spezialisierten Arzt.  


[... zur Übersicht]

Die in der Infothek aufgeführten Beiträge geben die Meinung der Verfasser, nicht die des Vorstandes wieder.